28 Jun

Über dem Dichter

für Dominic Looser und Ernst Jandl

Habemus
Dem Bartem dem Stoppelm
Den Taten den Drangen

Habemus
Alledem Stoppelm abgetrimmem
Und getatem dem allem Stoppelm
In 1 Krassem Tassem

Habemus
Getatem mehrerem Malem
Bis Krassem Tassem
sein halben-leerem mit Stoppelm

Habemus
Aufgefüllem
Krassem Tassem mit
Sichernichtstichfestem Yologhurt
Bifidus

Habemus
Ungerührt
Das allem
Und habem ausgetrunkem
Krassem Tassem im 7 Schluckem

Habemus
Stolz verkundet:

Habemus Stratschatella

12 Mrz

Ans Meer

Ans Meer.

Ich erkenne die Verschwörung.

Die gegen mich gespült wird.

Ich verstecke mich vor dem Wissen.

Doch Fliehen kann ich nicht.

Ich flüchte mich ins Nasse.

Die Wahrheit fischt mich heraus.

Ich drehe mich in Kreisen.

Doch ignorieren kann ich nicht.

Wenn einer eine Stellung verloren hat.

Und die Liebe einer Geliebten.

Und das alles innerhalb von Tagen.

Und er sich dann an einen Strand reist.

In einem kleinen Idyllenort.

Aber die Erkenntnis mich einholt.

Dass sich alle Welt gegen mich dreht.

Und ich mich in den Seetang lege.

Mit dem Mund unter Wasser.

Und mit der Nase über Wasser.

Und ich mich aufreibe anstatt mich aufzulösen.

Und die anderen Menschen mich ignorieren.

Aber nicht in Ruhe lassen.

Dann ist es offensichtlich.

Das gegen mich gespielt wird.

Zwischen den Schuppen kreiselt die Einsicht.

Unterm Schädel gefangen.

Dann bricht sie aus und geht auf Reisen.

An den Strand.

Wo es niemand weiss.

Solange die Kreditkarte gedeckt ist.

Wo es alle wissen.

Weil ich es ja weiss.

Weil T es weiss und die Werkleitung.

Und alle es sich gemeinsam ausgedacht haben.

Untereinander hin- und hergeflüstert.

In Stiller Post, in lauten Geklapper.

Und der Bademeister und die Rettungsschwimmerin.

Und die Seetangfischer.

Die mich da ganz verstrickt in ihrer Ernte liegen sehen.

Die ich da ausgebreitet habe in der Gischt.

Die aus meinen Körperöffnungen sprudelt.

Und das ganze Meer geschaffen hat.

Und der Strandrecher, der meine Schuppenberge in schöne Streifen recht.

Damit ich mein Badetuch darauf ausbreiten kann.

Das ich im Hotel vergessen habe.

Wo das steht habe ich auch vergessen mir zu überlegen.

So dass ich mir gar nicht sicher bin.

Ob es einmal eine T gab und ein Werk 1.

Oder einen X und ein Telefon.

Also denke ich mir eine Bar.

Da kann ich ertränken was nicht ertrinken kann.

In der eigenen Gischt.

Im zugeschriebenen Meer.

Im Sand der Verschwörung.

Gegen die ich machtlos bin, doch

Die mich nicht entmachten kann, doch

Die ich mitgebracht habe, doch

Die ich selbst entfacht habe, doch

Die ich Aufschreiben muss

Und in einer Glasflasche versenden.

Ans Meer:

29 Jan

Werk 1

Mensch Xaver,

 

fehlende Absätze – so im Werk 1, so in beiliegendem Text, das von merkwürdigen Begebenheiten daselbst berichtet –, machen es beinahe unerträglich. Kann Fehlendes überhaupt tragbar sein? Kann Fehlendes getragen, sich betragen und überhaupt: ertragen werden? Gemeint sei hier: Fehlendes als Mangel, als das, was immer zu wenig ist. Das, was bleibt, was übrigbleibt, wenn alles da und schon wieder weg ist. Vielleicht liefert dir, lieber Leser dieses Briefes und des beiliegenden Werkes, der du hier den zugegebenermassen etwas generischen Namen Xaver trägst, die Lektüre des Werkes eine Antwort auf die dir – durch dieses Werk – aufgezwungene Frage.

 

Falls nicht, seis drum.

Dein Werk 1.

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08 Dez

Sie nannten sie Alaska

Im Juli 2014 hat Die Perspektive eine strunz murrlige Kurzgeschichte von mir in der Ausgabe zum Thema »Wenn es dich stört, warum tust du nichts?« veröffentlicht: »Sie nannten sie Alaska«

… Einmal versuchte ich, ihr Gesicht zu zeichnen. Aber auf der Skizze wirkten ihre Backen und selbst die Nase und die Lippen irgendwie ausgebeult. Ich konnte ihre Geometrie nicht festhalten. Das Gesicht und die glatten Haare – das war alles nur Kulisse für ihre Augen, auch sie braun und ganz unbegreiflich. Sie gaben mir ein Gefühl, als könnten sie mich sehen; und all ihre Gesichtsausdrücke, ihre Worte, selbst die Körperhaltung waren wie mit dünnen Fäden mit diesen Augen verbunden, und entstanden und zerfielen nur für sie …

Weiterlesen: dieperspektive.ch/wordpress/sie-nannten-sie-alaska/

26 Okt

La poésie d’abord et pour toujours

La poésie d’abord et pour toujours
La poésie nous berce dans le sommeil
La poésie transperce nos cœurs
La poésie nous transporte ailleurs
La poésie fait couler l’eau dans nos paysages imaginaires
La poésie nourrit les têtes en l’air
La poésie rime avec tant pis
La poésie nous aide à digérer les vicissitudes de la vie
La poésie donne du goût à la solitude
Rêveurs dans tout le monde, chantez la multitude !
La poésie me fait penser à ta voix douce
La poésie d’abord et pour toujours !
Vive la poésie !

26 Okt

Individualverkehr

0erjahre
setzte sich einfach
ins Auto
(nach mehrmonatiger Ausbildung)
fuhr nach Berlin
stundenlang
rußend
hunderte Kilometer
ohne führendem Gleis
ohne smartgrid und copilot

Das Fernlicht
bei Gegenverkehr
abblendend
immer nur einen Moment zu spät

0ft über Stunden in
stockender Freiheit
die Risiken
im Rückspiegel eingefangen
unerdenklich

Langsam lehrten sie den Autos
miteinander zu sprechen

27 Sep

An einem Tag wie diesem

An einem Tag wie diesem, dem 290. im Jahr, kann viel – oder auch nichts – passieren. An Herbsttagen wie diesem scheint zumindest manchmal die Sonne, und manchmal regnet es, oder der Wind weht durch die Gassen der Stadt. Fast ist es still an diesem 27. September. Die Zeit der Gewitter ist vorbei, und der Sommer grüsst nur noch von weitem. Die Dunkelheit breitet sich langsam aus und die Kastanien fallen zu Boden, ungefragt und ohne dass sie damit etwas sagen wollen. Read More

27 Jun

Zurück in die Zukunft: Angewandte Science Fiction zur Alltagsbewältigung (Frau Q.)

« Frau Q., was haben Sie sich überlegt, um unsere Marktführung auszubauen? »

Für das bessere Verständnis der Leser_innen soll hier kurz ausgeführt werden, wofür Frau Q. in ihrer Firma zuständig ist. Sie kennen vielleicht das Problem, wenn es in den Sommermonaten stechend heiß wird: Der Sonnenball glüht am Firmament und jede kleine, verzweifelte Pore ihres Körpers versucht durch Schweißabsonderung etwas Abkühlung herbeizuführen. In Frau Q.’s Firma wurde ein transparenter, leichtgewichtiger Kühlakku für den Oberkörper entwickelt, der Read More

23 Jun

The Things One Learns in Life

My parents once told me, soon you will have a little sister.
I said
I don’t believe you, prove it
So they bought a cot, baby-proofed the fridge, the toilet, bought a mobile, toys, diapers.
Came home one day with a noisy bundle that took up far too much space in my life.
And I learnt what it was to make room for another.
And I was skeptical no more. Read More