25 Sep

LVI Surreales & hmhmhm

Die Frage, ob man diese Einladung als ‘surrealistisch‘ bezeichnen könnte, lässt sich sowohl entschieden verneinen als auch bejahen. Für eine Einordnung der Einladung als ‘surrealistisch‘ spricht zunächst die Tatsache, dass die darin auftauchenden Motive – wie von Breton gefordert – einen „höchsten Grad von Willkür“ aufweisen. Auch die Tatsache, dass die Motive einander assoziativ fortzeugen und so eine poetische Eigenwelt entsteht, deren Elemente stärker aufeinander als auf die äußere Realität verweisen (Pflanze —> Kippe —> Kies —> Pflanze), erinnert an die surrealistische Technik der Reihenmetaphern.

Was den oben genannten Aspekt des “Mottos“ des LitUps anbelangt – die Frage also, inwieweit es sich hier um ein „zweckfreie[s] Zusammenkommen“ handelt – so kann auf Behauptungen LitUps verwiesen werden. Darin berichtet [es] davon, bereits fünfundfünfzig Mal mit  „ungewöhnlichen und zweckfreien literarischen Salons“ experimentiert zu haben.

Das “tiefe Wesen“ solcher zunächst „sinnlos erscheinenden Späße“ haben die Veranstalter schon bald erkannt und dann „bewußt solche Erlebnisse“ gestaltet (ebd.).